Zum Inhalt springen
Zurrgurte richtig anwenden

Zurrgurte

Zurrgurte richtig anwenden – sicher und zuverlässig

Ladungssicherung gewährleistet, dass Transportgüter während der Fahrt fest an ihrem Platz bleiben, ohne zu verrutschen, umzukippen oder herunterzufallen. Sie schützt Fahrer, Mitfahrer und andere Verkehrsteilnehmer und verhindert Schäden oder Unfälle. Ein Fahrer ist verpflichtet, die Fahrt abzulehnen, wenn die Ladung nicht ausreichend gesichert ist!

Warum Ladungssicherung für jeden wichtig ist

Ob beim Möbeleinkauf, im Alltag mit dem PKW, beim Umzug oder beim Transport mit Anhänger oder LKW:

Richtig angewandte Zurrgurte und dazugehörige Hilfsmittel sind in privaten und beruflichen Situationen unverzichtbar.

Wichtige Regeln, Methoden und Hilfsmittel bei Ladungssicherung

Die Gewichtskraft wirkt bei jeder Bewegung oder Bremsung – beachten Sie dies bei jeder Beladung.

Sieben Grundregeln der Ladungssicherung

  1. Geeignetes Fahrzeug einsetzen
  2. Zulässiges Gesamtgewicht und Achslasten nicht überschreiten, Mindestlenkachslasten nicht unterschreiten
  3. Schwerpunkt des Ladeguts auf der Längsmittelebene und möglichst niedrig platzieren
  4. Ladegut vor Verrutschen, Verrollen oder Herabfallen sichern
  5. Geeignete Ladungssicherung - Hilfsmittel wie Zurrgurte, Netze, Hebebänder, Seile oder Expander einsetzen
  6. Ladegut nicht beschädigen
  7. Geschwindigkeit dem Ladegut und den Straßen- und Verkehrsverhältnissen anpassen 

Anwendung und Kontrolle von Zurrgurten

  • Die Ladung ist in alle Richtungen zu sichern, auch bei niedrigen Fahrgeschwindigkeiten
  • Der gewählte Zurrgurt muss intakt und zur Last passend sein
  • Zurrgurte dürfen nicht geknotet, verdreht, gequetscht oder über scharfe Kanten gespannt werden – Kantenschützer sind ratsam 
  • Die gesamte Gurtbreite soll aufliegen
  • Prüfen Sie jedes Mal vor dem Einsatz die Gurte auf Mängel und führen Sie mindestens einmal jährlich eine fachkundige „Ablegereifeprüfung“ durch
  • Lagern Sie Zurrgurte immer trocken, belüftet und geschützt vor Chemikalien, Hitze und Witterung 

Beispiele für Zurrtechniken

Beim Niederzurren soll die erforderliche Sicherung der zur befördernden Ladung rein durch die Erhöhung der Reibungskraft erzielt werden. Die Ladung wird mit Hilfe von Zurrmitteln auf die Ladefläche „gepresst“. 

Das Niederzurren ist nur bei leichten Ladungen und hohem Gleitreibbeiwert sinnvoll. 

Zum Zurrmittelrechner

Beim Schräg-/Diagonalzurren wird die Ladung mit Zurrgurten direkt an den Zurrpunkten auf der Ladefläche verzurrt. Es sollten immer 4 Zurrgurte verwendet werden. Jeder Gurt muss das Gewicht der gesamten Ladung halten können.

Das Schräg-/Diagonalzurren ist dem Niederzurren stehts vorzuziehen. Die Zurrpunkte müssen die benötigte Haltekraft aufnehmen können. 

Wichtige Werkzeuge und Hilfsmittel

  • Abdeckschutz
  • Zurrgurte (verschiedene Ausführungen) 
  • Expander, Gurte und sonstiges Zubehör zur Ladungssicherung
Zu Ladungssicherung
  • Rundschlingen und Hebebänder
  • Seile, Seilwinde und Seilzug 

FAQ: Häufige Fragen und Tipps zur Ladungssicherung mit Zurrgurten

Wie sichere ich meine Ladung im Auto richtig?

Die Ladungssicherung im Auto erfolgt durch das Verhindern von Verrutschen, Kippen, Rollen oder Herabfallen. Schwere Gegenstände sollten immer am Boden und möglichst nahe der Rückenlehne verladen werden, um den Schwerpunkt niedrig zu halten. Verwenden Sie Zurrgurte oder Netze, um das Ladegut zu fixieren. 

Achten Sie darauf, dass die Ladung formschlüssig, also passgenau, verstaut ist und keine Lücken entstehen. Das Benutzen einer Anti-Rutschmatte erhöht den Gleitreibbeiwert. Je höher der Gleitreibbeiwert, desto weniger Ladungssicherung ist notwendig.

Welche Zurrgurte sind für den privaten Gebrauch geeignet?

Für den privaten Gebrauch eignen sich vor allem leichte bis mittlere Zurrgurte.

Wichtig ist, dass die Gurte nach EN 12195-2 zertifiziert sind und in einwandfreiem Zustand verwendet werden.

Welche Vorschriften gelten für die Ladungssicherung auf dem Anhänger?

Auf dem Anhänger gelten dieselben Grundsätze wie im PKW. Die Ladung muss gegen Verrutschen, Wegrollen, Kippen und Herabfallen gesichert werden – gemäß § 22 StVO und der VDI-Richtlinie 2700.

Die Verwendung von geprüften Zurrgurten, Netzen oder Planen ist erforderlich. Die Angabe der zulässigen Gesamtmasse und Achslasten des Anhängers darf nicht überschritten werden.

Wie viele Zurrgurte benötige ich für meinen Transport?

Die Anzahl hängt von Gewicht, Form, Größe und Empfindlichkeit der Ladung sowie vom gewählten Verzurrverfahren ab.

Bei Schräg-/Diagonalzurren sollten immer 4 Zurrgurte verwendet werden. Antirutschmatten können die benötigte Anzahl verringern.

Wie wende ich Zurrgurte fachgerecht an?

Zurrgurte werden so angebracht, dass sie mit voller Breite und Zugkraft wirken können. Prüfen Sie vor jedem Einsatz den Gurt auf Schäden. Spannen Sie den Gurt über die Ladung oder befestigen Sie ihn diagonal zwischen Ladung und Zurrpunkt.

Der Gurt darf nicht geknotet, verdreht, gequetscht oder über scharfe Kanten gespannt werden. Die Ratsche nicht überdrehen, sondern mit moderatem Kraftaufwand anziehen.

Welche Fehler sollte ich bei der Ladungssicherung unbedingt vermeiden?

  • Verwendung beschädigter oder abgenutzter Gurte
  • Lose oder zu wenige Gurte
  • Knicken, Knoten oder Verdrehungen der Gurte 
  • Befestigung an ungeeigneten Zurrpunkten
  • Überladung oder unausgewogene Beladung
  • Vernachlässigung der regelmäßigen Kontrolle während des Transports 

Was ist der Unterschied zwischen Niederzurren und Diagonalzurren?

Beim Niederzurren soll die erforderliche Sicherung der zur befördernden Ladung rein durch die Erhöhung der Reibungskraft erzielt werden. Die Ladung wird mit Hilfe von Zurrmittel auf die Ladefläche „gepresst“.

Beim Schräg-/Diagonalzurren wird die Ladung mit Zurrgurten direkt an den Zurrpunkten auf der Ladefläche verzurrt. Es sollten immer 4 Zurrgurte verwendet werden. Jeder Gurt muss das Gewicht der gesamten Ladung halten können.

Welche gesetzlichen Vorschriften zur Ladungssicherung muss ich beachten?

Laut §22 und §23 StVO sind die Ladung einschließlich Geräte zur Ladungssicherung sowie Ladeeinrichtungen so zu verstauen und zu sichern, 

dass sie selbst bei Vollbremsung oder plötzlicher Ausweichbewegung nicht verrutschen, umfallen, hin- und herrollen, herabfallen oder vermeidbaren Lärm erzeugen können.

Wie prüfe ich, ob meine Zurrgurte noch sicher sind?

Gurte müssen vor jedem Einsatz auf sichtbare Mängel wie Schnitte, Risse, Ausfransungen, beschädigte Nähte oder deformierte Ratschen geprüft werden.

Mindestens einmal jährlich ist eine fachkundige Prüfung vorzunehmen (DIN EN 12195-2 empfiehlt Ablegereife-Prüfung). Abgelegte Gurte dürfen nicht weiterverwendet werden.

Welche Hilfsmittel eignen sich für die Ladungssicherung im Alltag?

  • Zurrgurte
  • Anti-Rutsch-Matten
  • Gepäcknetze
  • Sperrbalken und Ladungssicherungsnetze 
  • Kantenschutzprofile
  • Hebebänder und Rundschlingen bei größeren oder schwereren Gütern
  • Decken, Planen oder Abdeckungen 

Was muss ich beim Sichern von schweren Lasten auf einem LKW beachten?

Die rechtlichen Anforderungen für die Ladungssicherung bei LKW ergeben sich aus der Straßenverkehrsordnung (StVO) sowie der VDI-Richtlinie 2700. Nach § 22 StVO müssen Güter so befestigt werden, dass sie weder verrutschen noch kippen oder rollen können.

Die VDI 2700 ergänzt diese gesetzlichen Grundlagen um praxisnahe technische Regeln und gilt als maßgeblicher Standard für die sichere Beförderung von Ladung auf der Straße.

Wie lange sind Zurrgurte haltbar und wie werden sie gepflegt?

Die Haltbarkeit hängt von Beanspruchung und Pflege ab. Einmal jährlich sollte eine Ablegereife-Prüfung durchgeführt werden.

Bei normalem Gebrauch und guter Pflege (trocken, dunkel, geschützt vor Chemikalien, UV-Licht und Hitze lagern) halten sie mehrere Jahre.

Welche Strafen drohen bei unzureichender Ladungssicherung?

Bei unzureichender Ladungssicherung drohen Bußgelder und Punkte im Fahreignungsregister. Wie hoch die Sanktion ausfällt, hängt vom Einzelfall ab – zum Beispiel davon, ob andere Verkehrsteilnehmer gefährdet wurden oder ein Schaden entstanden ist.

Deshalb sollte die Ladung vor Fahrtbeginn immer sorgfältig geprüft und gesichert werden.